Sie sind hier: Was ist Ballett? Die Geschichte Der Sonnenkönig und das Ballett  
 DIE GESCHICHTE
Der Sonnenkönig und das Ballett
Jean Georges Noverre
 WAS IST BALLETT?
Die Geschichte
Klassischer Ballettunterricht

DER SONNENKÖNIG UND DAS BALLETT
 

Es heißt, das klassische Ballett sei das „legitime Kind" König Ludwig XIV.
In sehr jungen Jahren übernahm der König gern selbst die Hauptrolle in seinem Ballett. Daher stammt auch sein Spitznahme „Sonnenkönig", denn er tanzte 1653 im „Ballet Royal de la Nuit" den Part der aufsteigenden Sonne. Während der Regentschaft Ludwig XIV. wuchs die Bedeutung des Balletts. Es wurde als szenische Kunst betrachtet. Im Jahre 1671 gründete der Sonnenkönig die Musikakademie, die später in die Königliche Akademie für Musik und Tanz und 1712 in die Königliche Opernschule umgewandelt wurde. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts begannen die Leiter dieser Schule, auch talentierte Jungen und Mädchen zwischen neun und dreizehn Jahren aus armen Familien in ihre Schule aufzunehmen. Ziel war es, Kindern eine völlig kostenlose Ballettausbildung zu vermitteln. Dies war ein entscheidender Schritt in der Geschichte des Balletts, denn bis zu jenem Zeitpunkt hatte das Ballett ausschließlich aus Angehörigen des Adels bestanden.

Männer wie der Tänzer und Choreograph Pierre Beauchamps, der Komödienschreiber Moliere und der Komponist Giovanni Battista schufen gemeinsam hervorragende Werke. Beauchamps war 1650 Tanzlehrer des Königs geworden. Er zeichnet sowohl für die Ausarbeitung und Systematisierung der klassischen Ballett Technik als auch für die Definition der fünf Grundpositionen verantwortlich. Beauchamps schrieb die Choreographien für das Ballett des Königs und arbeitete auch mit dem Komödienballett von Moliere zusammen, der den Tanz als dramatisches Element in seine Stücke einbezog.
Die Seele der Königlichen Akademie für Musik und Tanz war jedoch der Florentiner Komponist Lulli. Seine Werke gaben der Ballettmusik ein völlig neues Ansehen und bildeten - verbunden mit neuen Vorstellungen von Choreographie - ein dynamisches Ganzes, in dem sich alle Teile ergänzten und ihre eigenen Bedeutungen hervorhoben. Lulli förderte auch den Zugang der Frauen zur Bühne und veränderte folglich die Kompositionen für die Tanzgruppe. Das führte zu neuen Schritten, Bewegungen und Tanzformationen.
In seiner Ballettoper „Der Triumph der Liebe" (1681) ließ Lulli zwei Tänzerinnen auftreten, dabei wagte eine der beiden zum ersten Mal in der Ballettgeschichte ein Solo.